Taizé-Andacht Gründonnerstag

Erstellt am 09.04.2020

Hallo zusammen,

seit genau 10 Jahren feiern wir gemeinsam regelmäßige Taizé-Andachten in der Stadtkirche. Im Januar mussten wir die Taizé-Andacht leider aus Krankheitsgründen ausfallen lassen und freuten uns auf den Gründonnerstag mit der Abendmahlsfeier. Nun macht uns die Corona – Pandemie einen Strich durch die Rechnung.   Trotzdem haben wir uns einen Weg überlegt, diese Tradition fortzusetzen, wenn auch nur mit einem Text.

Dekoration zum Taizé-Gottesdienst in der Stadtkirche

Liebe Gemeinde,


zum Gründonnerstag kommt aus Ihrer Kirchengemeinde ein kleiner Impuls in der Tradition von Taizé. Am Gründonnerstag hat Jesus den Seinen das Abendmahl geschenkt, als Zeichen der Verbindung auch über den Tod hinaus. Wir laden Sie ein, nach dem Vater unser ein Stück Brot und einen Schluck Wein oder Saft zu essen, zu trinken, und sich mit uns allen und mit Jesus verbunden zu fühlen.

Der Bäcker von der Rue Jaques (Heinrich A. Mertens)

An der Jakobstraße in Paris liegt ein Bäckerladen, da kaufen viele hundert Menschen ihr Brot. Der Besitzer ist ein guter Bäcker. Aber nicht nur deshalb kaufen die Leute des Viertels dort gern ihr Brot. Noch mehr zieht der Bäcker sie an: der Vater des jungen Bäckers. Meistens ist nämlich der alte Bäcker im Laden und verkauft.

Dieser alte Bäcker ist ein spaßiger Kerl. Manche sagen: Er hat einen Tick. Aber nur manche. Die meisten sagen: Er ist weise, er ist menschenfreundlich. Einige sagen sogar: Er ist ein Prophet. Aber als ihm das erzählt wurde, knurrte er vor sich hin: “ Dummes Zeug…“

Der alte Bäcker weiß, dass man Brot nicht nur zum Sattessen braucht. Und gerade das gefällt den Leuten. Manche erfahren das zum ersten Mal beim Bäcker an der Jakobstraße – zum Beispiel der Autobusfahrer Gérard, der einmal zufällig in den Brotladen an der Jakobstraße kam.

„Sie sehen bedrückt aus“, sagte der alte Bäcker zum Busfahrer. „Ich habe Angst um meine kleine Tochter“, antwortete der Busfahrer Gérard. „Sie ist gestern aus dem Fenster gefallen, vom 2. Stock!“ „Wie alt?“ fragte der Bäcker. „Vier Jahre“, antwortete Gérard.

Da nahm der alte Bäcker ein Stück vom Brot, das auf dem Ladentisch lag, brach zwei Bissen ab und gab das eine Stück dem Busfahrer. „Essen Sie mit mir“, sagte der alte Bäcker Gérard, „ich will an Sie und Ihrer kleine Tochter denken“.

Der Busfahrer hatte so etwas noch nie erlebt, aber er verstand sofort, was der alte Bäcker meinte, als er ihm das Brot in die Hand gab. Und sie aßen beide ihr Stück und schwiegen und dachten gemeinsam an das Kind im Krankenhaus.

Zuerst war der Busfahrer mit dem alten Bäcker allein. Dann kam eine Frau herein. Sie hatte auf dem nahen Markt zwei Tüten Milch geholt und wollte nun eben noch ein Brot kaufen. Bevor sie ihren Wunsch sagen konnte, gab ihr der alte Bäcker ein kleines Stück Weißbrot in die Hand und sagte: „Kommen Sie, essen Sie mit uns: Die Tochter dieses Herrn liegt schwer verletzt im Krankenhaus – sie ist aus dem Fenster gestürzt. Vier Jahre ist das Kind. Der Vater soll wissen, dass wir ihn nicht allein lassen.“ Und die Frau nahm das Stückchen Brot und aß mit den beiden.

Abendmahlsworte (Uwe Seidel)

Jedes Mal,

so erinnern sich die Jungen und die Alten,

wenn wir zusammen das Passah-Mahl feierten,

dann spürten wir, dass wir zusammen gehören,

dann hatten wir keine Angst vor den Herren dieser Welt.

Jedes Mal,

so erinnern sich die ganz Alten, wenn wir von der Hand in den Mund lebten,

als wir durch die Wüste zogen und das Brot vom Himmel fiel, Manna,

und aus den Steinen Wasser quoll, Leben.

Dann waren wir unserem Gott am nächsten.

Jedes Mal,

so erinnern sich die Jünger Jesu, wenn wir zusammen Brot brachen

und dazu Wein tranken,

dann war es so, als würden wir uns gegenseitig das Leben geben,

denn es war so, als schenkten wir uns einem anderen.

Jedes Mal,

so erinnern sie sich, nahm der Geist Gottes von uns die Angst voreinander

und die Fremdheit untereinander.

Einer achtete auf den anderen, dass er keine Not litte.

So aßen und tranken wir miteinander, und Gott war mitten unter uns.

Niemand wurde ausgeschlossen. Keiner stand abseits.

 

Vater unser im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe,

wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich

und die Kraft und die Herrlichkeit

in Ewigkeit. Amen.

Wir hoffen, dass wir die nächste Taizé – Andacht am 31. Mai 2020, dem Pfingstsonntag, in der Nacht der Offenen Kirchen wieder gemeinsam in der Ev. Stadtkirche feiern können.

Bis dahin wünschen wir Ihnen eine besinnliche Karwoche, ein frohes und gesegnetes Osterfest und BLEIBEN SIE GESUND!

 

Liebe Grüße

Pfarrerin Barbara Dietrich

Hannelore Thomas

Christel Heinze

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Unna: Ev. Stadtkirche Unna Pfarrerin Barbara Dietrich

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Sonntag, 12.07.2020 11.00 Uhr
Gottesdienst mit Kanzeltausch

Unna: Ev. Stadtkirche Unna Pfarrerin Christa Thiel